Personal

von Martina Emmerich

AUS EXISTENZ 2019

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Jobeline


Internet­portale für Mit­arbeiter­suche in Gas­tro­nomie und Hotellerie

Einen der effizientesten Wege, neue Mit­arbeiter zu finden, bietet heute das Internet. Es gibt viele branchen­bezogene und auch allgemeine Portale, über die angehende Gastronomen geeignetes Personal finden können.


Gut zu wissen

Die Industrie- und Handelskammern bieten die Möglichkeit, sich über Schulungsthemen zu informieren, zum Beispiel unter folgendem Link:

www.frankfurt-main.ihk.de

Wichtige Faktoren für gutes Gastronomie-Personal

Qualifikation und Teamfähigkeit

Allein kann kein Existenzgründer die zahlreichen anfallenden Arbeiten bewältigen. Es gilt daher, nicht nur geeignetes Personal zu finden und es zu einem Team zusammenzuschweißen, sondern die Mitarbeiter auch in hektischen Zeiten zu motivieren.

Wie findet man das passende Personal für die Gastronomie? Ein große Herausforderung, die aber nicht unmöglich ist. Zunächst sollte gutes Personal nach folgenden Eigenschaften ausgewählt werden: hohe Stressresistenz, gute Motorik und Körperbeherrschung sowie freundliche Umgangsformen. Neben dem mathematischen Verständnis und einem gepflegten Äußeren im Service sind die fachlichen Qualifikationen wichtig. Ein weiterer wesentlicher Aspekt ist, dass das Personal in der Küche und im Service die Bereitschaft zur Abend- oder Wochenendarbeit mitbringt.

Effektiv und erfolgreich suchen

„Es macht die Attraktivität des Gastgewerbes aus, dass es hier für Menschen mit unterschiedlichen Talenten gute Berufs- und Karrieremöglichkeiten gibt“, betonen die Experten vom Deutschen Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga Bundesverband). Die Ansprüche an das Personal seien daher unterschiedlich. So spielt beispielsweise bei Hotelkaufleuten gute Mathe- und Deutschkenntnisse eine große Rolle. Wer in der allgemeinbildenden Schule keine ausreichende Basis gelegt habe, werde es sehr schwer haben, im Berufsschulunterricht mitzukommen und am Ende die Abschlussprüfung zu schaffen. Der Beruf des Kochs hingegen biete die Chance, Handwerk und Kreativität miteinander zu verbinden.

Existenzgründer müssen sich zunächst einmal bewusst machen, dass die Mitarbeitersuche sehr vom jeweiligen Standort abhängig ist. Gastronomiebetriebe in Ballungsgebieten werden sicherlich leichter Personal finden als ländlich gelegene Betriebe. Bei diesen ist oft ein Mehraufwand bei der Suche nötig. Sie müssen sich meist kreativer präsentieren oder den Interessenten einen besonderen Bonus bieten. Es empfiehlt sich für Existenzgründer, zunächst einmal das eigene Netzwerk zu nutzen: Über Mund-zu-Mund-Propaganda findet sich so vielleicht schon der eine oder andere Mitarbeiter. Auch bieten sich die kostenlosen Plattformen an: vom Post in Facebook über den Hinweis auf der eigenen Homepage bis hin zum klassischen Aushang eines Stellenangebotes im eigenen Betrieb oder an dafür vorgesehenen, stark frequentierten Stellen, beispielsweise auch an der Uni oder in der Berufsschule. Eine der ersten Anlaufstellen sollte natürlich auch die regionale Agentur für Arbeit sein. „Um Auszubildende und Mitarbeiter zu gewinnen, muss der Arbeitgeber heute Marketing betreiben. Für die Betriebe bedeutet dies gerade mit Blick auf guten jugendlichen Nachwuchs, sich unbedingt in der Berufsorientierung zu engagieren. Betriebe müssen Schnupperpraktika anbieten und sorgfältig organisieren, so dass die Jugendlichen einen Lustmachenden und gleichzeitig realistischen Einblick bekommen“, betonen die Experten vom Dehoga Bundesverband und ergänzen: „Es geht gerade bei der Suche nach den besten Nachwuchsköpfen darum, weiter in eine zeitgemäße und qualitativ hochwertige Ausbildung zu investieren. Für uns als Verband bedeutet dies aktuell, dass wir intensiv an einer Modernisierung der Ausbildungsinhalte arbeiten. Darüber hinaus initiiert und begleitet der Dehoga vielfältigste Nachwuchswettbewerbe und Qualitätsinitiativen.“

Speziell für die Gastronomie- und Hotellerie-Branche gibt es Jobbörsen im Internet sowie Fachzeitschriften, in denen Stellengesuche zu finden sind und Stellenanzeigen aufgegeben werden können. Hierfür sollte der Gastronom eine genaue Arbeitsplatzbeschreibung erstellen, in der die Anforderungen an die einzelnen Posten festgehalten sind. „Wichtig für Existenzgründer ist es, Personal zu finden, das bereits mit der Branche vertraut ist oder eben in der Branche langfristig Fuß fassen möchte. Beides finden Existenzgründer auf der branchenspezifischen Plattform gastrojobs.de. Mit einer Anzeige auf gastrojobs.de können Existenzgründer täglich über 50.000 Bewerber aus fünf europäischen Ländern ansprechen und auf ihre Stellenanzeige aufmerksam machen“, weiß Ann-Kathrin Seeberger, Teamleiter Marketing von Yourcareergroup. Bei vielen Jobbörsen im Internet gibt es zudem die Möglichkeit, geeignete Kandidaten über die Bewerberprofil-Suche direkt anzusprechen.

Erfolgsfaktor Motivation

„Eine Tätigkeit oder Ausbildung im Gastgewerbe ist anspruchsvoll. Umso wichtiger ist es, den Mitarbeitern mit Fairness und Respekt zu begegnen. Jeder kann jeden Tag in seinem Betrieb dazu beitragen, dass sich Beschäftigte wohlfühlen und Freude an ihrem Tun haben“, heißt es vom Dehoga Bundesverband. Mit diesem speziellen Aspekt auf die Ausbildung sind die Gastbetriebe heute im Wettbewerb um den Nachwuchs mehr denn je gefordert, auch in die Ausbildungsqualität zu investieren. Das setzt voraus, dass fachliches Wissen und Können auf hohem Niveau erworben sowie dies auch in der Praxis angewendet werden kann. Eine wesentliche Rolle in Bezug auf Motivation spielen Faktoren wie Anerkennung für erbrachte Leistung und gezeigtes Engagement, ein gutes Betriebsklima sowie persönliche Wertschätzung und Respekt. „Motivation klappt zudem über eine hervorragende Zukunftsperspektive: Kaum ein Wirtschaftszweig ist vielfältiger, internationaler und menschlicher als das Gastgewerbe“, wissen die Experten vom Dehoga Bundesverband. So facettenreich wie Gastronomie und Hotellerie, so abwechslungsreich sei auch das Berufsleben. Denn – so erläutert der Verband – es mache Spaß, Menschen aus den unterschiedlichsten Kulturen zusammenzubringen, sie zu bewirten und zu beherbergen und dafür jeden Tag, jede Stunde, jede Minute ein Feedback zu bekommen.

Wie auch Ann-Kathrin Seeberger hervorhebt, müssen die Arbeitgeber ein Umfeld schaffen, in dem Talente Spaß an der Arbeit haben oder zumindest dazu beitragen. „Im Detail bedeutet das Teamarbeit, flexibles Arbeiten, klare Aufgaben und Arbeitsabläufe, Persönlichkeitsentwicklung sowie Interaktivität im Kunden- und Personenkontakt“, führt die Teamleiterin Marketing weiter aus und beruft sich dabei auf eine Studie, die das Unternehmen im letzten Jahr veröffentlicht hat, bei der 22.000 Arbeitnehmer aus Europa aus den Branchen Hotellerie, Gastronomie und Touristik zu bestimmten Themen befragt wurden. Dabei habe man sich mit anderen branchenspezifischen Jobbörsen, Hotelcareer, Caterer.com, Caterer Global und Turijobs, zusammengeschlossen, um eine Bandbreite von Bewerbern zu befragen. Gemäß dieser Studie spielen zudem globale Karrieremöglichkeiten, Vielfalt sowie Interkulturalität eine fast ebenso wichtige Rolle. Die Investition in möglichst viele dieser Elemente zahle sich aus, denn loyale, produktive Mitarbeiter seien immer noch das wertvollste Kapital eines Unternehmens.

Gewinnen und motivieren

Hinsichtlich der Mitarbeitergewinnung hat sich in den vergangenen Jahren im Gastronomiebereich ein Trend hin zu Online-Jobbörsen entwickelt. Hier haben Arbeitgeber die Möglichkeit, den Kandidaten ihren Nutzen, ihre Philosophie, ihre Kultur und ihre Alleinstellungsmerkmale zu präsentieren. „Aspekte der Persönlichkeitsentwicklung sind ebenfalls sehr von Bedeutung und sollten in der Stellenbeschreibung aufgegriffen werden“, hebt Ann-Kathrin Seeberger hervor. Bei Online-Jobbörsen wie gastrojobs.de können diese Aspekte in Stellenanzeigen eingebunden werden, weil dort beispielsweise auch Arbeitgeberbewertungen, ein Unternehmensprofil oder weitere Unternehmensinformationen in Form von Bildern oder Videos eingebunden werden könnten. Ferner ist es für Bewerber zunehmend wichtig, die „softeren“ Aspekte über das Unternehmen auch auf den ersten Blick in der Stellenanzeige zu erfahren, um sich für einen passenden Arbeitgeber zu entscheiden. Wie die Fachfrau der Yourcareergroup betont, sind zufriedene Mitarbeiter die besten Markenbotschafter: „Sie müssen sich gut behandelt fühlen, ihre Erfahrungen am Arbeitsplatz müssen in jedem Fall ausgesprochen positiv sein.“ Diese Tatsache schaffe sowohl die erforderliche Authentizität als auch eine wichtige Abdeckung, um Top-
Talente für Unternehmen anzusprechen, zu gewinnen, zu binden und zu motivieren.

Gesetzliche Vorschriften

Neben den Gesetzen zum Arbeitsrecht, die auch in anderen Berufen Gültigkeit haben, gibt es rund um das Thema Personal in der Gastronomie weitere gesetzliche Regelungen. Auf den Gastronomen kommen schließlich arbeitsrechtliche Themen wie Mindestlohn, Anstellungsverträge, Minijobs in der Gastronomie, Zeitarbeit und Ausbildungsverträge zu. Außerdem sollten sich Existenzgründer bewusst sein, dass beispielsweise die Vorlage eines Gesundheitszeugnisses bei Arbeitsaufnahme und eine jährliche Schulung zum Thema Hygiene und Infektionsschutz notwendig sind. Des Weiteren gibt es Gesetze zum Jugendschutz und den damit verbundenen Arbeitszeiten, die beachtet werden müssen.

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