Ralf Lang

07 April, 2026

Mit 193.800 verkauften Tonnen verzeichnet das Kaffeesegment „Ganze Bohne“ laut Deutschem Kaffeeverband einen Höchststand. Foto: Deutscher Kaffeeverband / Bente Stachowske

Deutscher Kaffeeverband / Kaffeekonsum: Rückgang, Rekorde und neue Impulse

Das Segment „Ganze Bohne“ ist laut Deutschem Kaffeeverband so beliebt wie nie zuvor. Doch es gibt ein weiteres Produkt im Kaffeebereich, das im vergangenen Jahr an Wachstum zulegte.

Mit einem durchschnittlichen Konsum von rund 161 Litern pro Kopf ist der Kaffeeverbrauch in Deutschland zum vierten Mal in Folge gesunken. Dennoch zählt Kaffee hierzulande nach wie vor zu den Lieblingsgetränken, berichtet der Deutsche Kaffeeverband mit Blick auf den Kaffeemarkt 2025. Zwar lag nach Angaben des Kaffeeverbandes im vergangenen Jahr der Absatz von Röstkaffee mit rund 456.000 Tonnen etwa 1,5 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Gleichzeitig wuchs jedoch der Umsatz mit Röstkaffee um 23,5 Prozent deutlich auf 8,98 Milliarden Euro.

Kaffee für Genussmomente

Darüber hinaus verbuchte die Branche im vergangenen Jahr gleich zwei Rekorde und unterstreicht damit ihre Bedeutung im Alltag der Menschen: So wurde mit insgesamt 125.500 Tonnen konsumiertem Kaffee ein neuer Höchstwert im Außer-Haus-Markt verzeichnet. Dieser lag bislang bei 125.000 Tonnen im Jahr 2018.

„Kaffee bedeutet für viele Genuss, Kräftigung und Ruhemoment, insbesondere auch in schwierigen Zeiten“, erklärt Holger Preibisch, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Kaffeeverbandes. Der Heißgetränkeexperte ergänzt: „Daher wird Kaffee außer Haus gerade jetzt konsumiert; die Menschen gönnen sich derzeit ganz bewusst die Tasse Kaffee in der Gastronomie.“ Der Rekord im Außer-Haus-Konsum unterstreiche Preibisch zufolge zudem die soziale Bedeutung von Kaffee sowohl im Café als auch im Büro oder unterwegs.

Ganze Bohne als Qualitätsmerkmal

Auch die Kategorie „Ganze Bohne“ meldet mit 193.800 verkauften Tonnen im Jahr 2025 einen neuen Rekordwert und ist damit laut Verband klarer Wachstumssieger im Markt. Im Gegenzug sank der Absatz von gemahlenem Kaffee in den vergangenen zehn Jahren um rund 38 Prozent. Zum Vergleich: Ganze Bohne legte den Auswertungen zufolge im selben Zeitraum um 130 Prozent zu.

Als ein Grund für diese Entwicklung gibt Preibisch an: „Ganze Bohne bedeutet für viele Kaffeetrinker eine hohe Qualität des Kaffees.“ Mittlerweile besitze jeder dritte Haushalt einen Vollautomaten, der mit ganzen Bohnen bestückt wird. Dieses Kaffeesegment stehe daher auch für die frische Zubereitung von Kaffeegetränken, hebt Preibisch hervor und ergänzt: „Dieser Trend ‚Ganze Bohne‘ zeigt sich bereits beeindruckend langanhaltend: Innerhalb von zehn Jahren hat sich der Absatz mehr als verdoppelt.“

Flexibilität und Trends mit löslichem Kaffee

Doch es gibt auch neue Entwicklungen im Kaffeemarkt, erläutert der Hauptgeschäftsführer mit dem Blick auf Innovationen: „Neue Impulse kommen insbesondere durch den Löslichen Kaffee: Hier gibt es einerseits den neuen Trend Löslicher Kaffee, der aus hochwertigem Specialty Kaffee hergestellt, wird und andererseits den neuen Trend zu flüssigen Kaffeekonzentraten, die eine einfache und flexible Zubereitung – auch von kalten Kaffeegetränken – ermöglichen.“ So werde bereits jede zehnte Tasse Kaffee in Deutschland mit löslichem Kaffee zubereitet, berichtet Preibisch.

Insgesamt, so fasst der Hauptgeschäftsführer zusammen, verzeichne der Kaffeemarkt – auch wenn nach außen hin nicht unbedingt ersichtlich – signifikante Veränderungen. Diese betreffen die Konsumorte, die Zubereitungsart und die verwendeten Kaffeearten. „Gerade weil Kaffee so vielfältig und zugleich überall verfügbar ist, bleibt der Kaffeekonsum insgesamt auf hohem Niveau“, ist Holger Preibisch überzeugt.

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