Sören Nolte

09 September, 2026

EHI / Handelsgastronomie: Gastro-Angebote im stationären Handel stark gefragt

Foto & Quelle: EHI (2)

Die Handelsgastronomie in Deutschland setzt ihren Wachstumskurs fort und hat 2025 ein neues Rekordniveau erreicht. Das zeigt eine neue Studie des EHI.

Im vergangenen Jahr erzielten Händler in Deutschland mit gastronomischen Angeboten einen Umsatz von 13,29 Milliarden Euro. Das ist ein Wachstum von 7,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr und liegt über dem erwarteten Wachstum von drei Prozent. Für 2026 erwarten die Gastronomieverantwortlichen eine durchschnittliche Umsatzsteigerung von 4,3 Prozent. Zu diesen Ergebnissen kommt die neue Studie „Handelsgastronomie in Deutschland 2026“ des Handelsforschungsinstituts EHI.

„Die Handelsgastronomie begegnet dem anhaltend schwierigen Konsumklima mit attraktiven Preis-Leistungs-Angeboten. Gleichzeitig profitiert sie von deutlichen Preisvorteilen gegenüber dem übrigen Außer-Haus-Markt und spricht insbesondere das ausgabefreudige ältere Publikum an“, erläutert Paulina Ullrich, Leiterin Forschungsbereich Handelsgastronomie beim EHI.

Größter Anteil wird im LEH erzielt

In den vergangenen Jahren entwickelte sich dieser Markt demnach von einem ergänzenden Serviceangebot zu einem strategisch relevanten Geschäftsfeld des Einzelhandels. Als weitere Faktoren für den Aufschwung nennt die Studie verlagerte Konsumanlässe, die Professionalisierung der Branche sowie ausgeweitete Angebote in den Bereichen to-go und Snack. Hinzu komme der Trading-Down-Effekt und damit die bewusste Entscheidung der Konsumenten für preisgünstigere Angebote.

Mit 62,7 Prozent hat der Lebensmitteleinzelhandel (LEH) den größten Anteil am Umsatz. Auf den weiteren Plätzen folgen Shopping-Center (18,6 %), Tankstellen (9,5 %), der Möbelhandel (3,8 %) sowie Baumärkte und Gartencenter (3,5 %). Mit mehr als 29.000 Standorten ist der LEH gemessen an der Anzahl die mit Abstand größte Branche – mehr als drei Viertel der Standorte entfallen auf das Segment.

Mit Blick auf die nächsten drei Jahre erwarten die Befragten vor allem dort Wachstum, wo Gäste schnell, unkompliziert und flexibel versorgt werden. An erster Stelle nennen 63 Prozent das aufstrebende To-go- und Snack-Geschäft. Der „Snack zwischendurch“, zu dem Convenience- und Ready-to-eat-Produkte zählen, hat laut Studie bereits heute einen Umsatzanteil von 17,5 Prozent in der Handelsgastronomie. Wachstum erwarten die Befragten zudem in den Segmenten Take-away und Mittagessen (51,9 %). Als potenzielle Wachstumstreiber werden ebenfalls Werbemaßnahmen und Social Media (44,4 %) sowie Aktionen, neue Food-Innovationen und das Frühstück (je 37 %) angesehen.


Über die Studie und das EHI
Das EHI ist ein Forschungs-, Bildungs- und Beratungsinstitut für den Handel und dessen Partner. Für die vorliegende Studie zur Handelsgastronomie 2026 wurden von März bis Juni 2026 insgesamt 29 Entscheider sowie Gastronomieverantwortliche aus Handelsunternehmen und von Shopping-Center-Betreibern online befragt. Diese repräsentieren insgesamt 6.084 Filialen. Die vollständige Studie kann kostenpflichtig über das EHI bezogen werden.